Entries tagged as ‘Brain Drain’
Das Wallis – eine Randregion der Schweiz ?!
Afrika – eine Randregion Europas !?
Nicht nur wir sind vom Brain Drain betroffen, wie dieser kurze und zum Nachdenken anregende Ausschnitt aus dem DEZA-Magazin für Entwicklung und Zusammenarbeit, Eine Welt, zeigt.
Ausgebildet und weg
„Die ärmsten Länder der Welt leiden am meisten unter der Abwanderung von Wissen und Erfahrung, dem so genannten Brain Drain. Gemäss einem Bericht der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) leben rund eine Million Ausgebildete aus den am wenigsten entwickelten Ländern in entwickelten Ländern. Die entspricht einer Abwanderung von rund 15 Prozent aller Uni-Abgänger. Die 50 am wenigsten entwickelten Länder der Welt sind demnach weit mehr vom Brain Drain betroffen als die restlichen Entwicklungsländer, wo diese Abwanderungsrate bei 8 Prozent liegt. In einigen der ärmsten Länder der Welt – etwa Haiti, Gambia oder Somalia – wandern gar über die Hälfte aller Uni-Abgänger aus. Gemäss der Weltkommission für internationale Migration (GCIM) praktizieren in der nordenglischen Stadt Manchester mehr malawische Ärzte als in ganz Malawi. Von den 600 Ärzten, die seit der Unabhängigkeit 1964 in Sambia ausgebildet wurden, arbeiten gerade noch 50 in ihrem Heimatland.“
(Quelle: Migration: Auch Chancen, nicht nur Herausforderungen. Eine Welt, das DEZA-Magazin für Entwicklung und Zusammenarbeit. Nr. 1, März 2008.)
MZ
Kategorien: Arbeitsmarkt · Netzwerk
Tagged: Abwanderung, Arbeitsmarkt, Brain Drain, Heimat
Alles Gute & Liebe für das Jahr 2008 wünscht Ihnen das Team von VS-link !
An dieser Stelle soll ein kurzer Blick in die Zukunft gewagt werden, um die Frage zu beantworten, wo VS-link seinen Platz haben wird.
Der Brain Drain ist nicht alleine
Es ist klar, dass die Abwanderung von Kompetenzen jeder betroffenen Region, so auch dem Kanton Wallis, schadet. Denn hochqualifizierte Arbeitskräfte gehören zu den zentralen Ressourcen eines dynamischen und wettbewerbsfähigen Umfeldes. In der Zukunft wird dass noch stärker zum Tragen kommen, da unsere Gesellschaft sich immer mehr Richtung Wissens- und Kommunikationsgesellschaft entwickelt. Neue Ideen, Kreativität und Innovationen werden in Zukunft die zentralen Pfeiler des wirtschaftlichen Wachstums sein. Von daher sind wir auf die gut ausgebildeten Personen angewiesen.
Im Zusammenhang mit dem Bundesgesetz zur Neuen Regionalpolitik und zu den Standortvoraussetzungen für Randregionen sagte Wirtschaftsministerin Doris Leuthard: „Hauptprobelm in diesem strukturschwachen Regionen sei, dass sie unter Braindrain litten und sehr gut ausgebildete Leute nicht mehr in diese Regionen zurückkehrten.“ Dass die Randregionen im Schnitt über ein Viertel der Hochqualifizierten pro Abschlussjahr verlieren, bestätigt auch eine im Juli veröffentlichte Studie des Bundesamtes für Statistik.
Hier ist der Platz von VS-link – mit seinem Netzwerk zwischen den Walliser Unternehmen und den Walliser Hochqualifizierten. In Zukunft werden wir VS-link angesichts des strukturellen Wandels und des demographischen Wandels noch viel stärker brauchen.
Auf der einen Seite der bereits angesprochene strukturelle Wandel, worin wir uns immer stärker in Richtung einer Dienstleistungs-, Wissens- und Kommunikationsgesellschaft entwickeln. Das Angebot an ‚white collar jobs’ wird in Zukunft stark steigen, auch im Wallis mit seinem Tourismus und seinem nicht zu unterschätzenden Forschungs- und Industriezweig. Das Wallis hat nun aber den grossen Vorteil, dass rund 60% der ‚ausgewanderten’ hochqualifizierten Walliser gerne ins Wallis zurückkehren möchten und somit über ein genügend grosses Reservoir verfügt.
Es ist durchaus klar, dass auch Kantone oder Städte wie Zürich oder Basel auf diese Knappheitserscheinungen reagieren werden, z.B. mit höheren Löhnen oder sonstigen Anreizen, um die Hochqualifizierten vor Ort halten zu können. Das Wallis hat jedoch den Vorteil, dass seine Leute nicht aus finanziellen Gründen zurückkommen möchten, sondern eher aus familiären oder kollegschaftlichen Gründen.
Auf der anderen Seite die demographische Entwicklung. Wir werden immer älter bzw. es gibt immer weniger Junge. Diese Tendenz lässt sich wohl kaum durch Immigration ausgleichen und wird wohl zu einer Knappheit der Arbeitskräfte führen. Hier gelten natürlich dieselben Ausführungen wie beim strukturellen Wandel, d.h. das Wallis an und für sich über einen ausreichenden Pool an Arbeitskräften verfügt. Man muss diesen nur zu nutzen wissen.
Ja, der Brain Drain ist nicht allein. Aber der Kanton Wallis schläft nicht und ist sich dieser Probleme durchaus bewusst – VS-link, ein Netzwerk von und für Walliser.
MZ
Kategorien: Arbeitsmarkt · Bildung & Forschung · Netzwerk
Tagged: Abwanderung, Brain Drain, Hochqualifizierte, Netzwerk, Zukunft